Blast – Comicempfehlung von Nina

Krass. Dieses Wort kam mir als erstes in den Sinn, als ich das epische Werk Blast von Manu Larcenet zum ersten Mal fertiggelesen hatte. Krass, die Bilder. Krass, die Geschichte. Krass, der Umfang. Dies ist ein Comic, der einen mit voller Wucht trifft. Aber lasst mich das erklären.

Bild und Wort – Eine düster-stimmungsvolle Symbiose

Manu Larcenet ist einer der wenigen Comic-Künstler, die sowohl als texten als auch zeichnen. Und gerade in Blast ist dieser Umstand enorm wichtig. Die Geschichte handelt von Polza Manzini. Dieser sitzt wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft und erzählt zwei Polizisten seine Geschichte. Während die Polizisten vor allem daran interessiert sind, so rasch als möglich zum Tag des Mordes zu kommen um festzustellen, ob Polza schuldig ist, nutzt dieser das Verhör dazu seine Lebensgeschichte und seine Lebensphilosophie darzulegen. Und diese ist – krass! Eines Tages beschliesst Polza sein bürgerliches Leben hinter sich zu lassen und nach dem zu suchen, was er einen „Blast“ nennt – einen Moment der Erleuchtung. Die Suche nach dem nächsten Blast lässt Polza immer extremer werden und immer mehr Grenzen überschreiten. Während er zu Beginn noch verhältnismässig harmlos alleine im Wald lebt und sich durch die Einsamkeit und rohe Natur einem Blast erhofft, wird seine Gier nach und nach stärker. Kann er für einen Blast auch einen Mord begannen haben?

Polza ist nicht nur äusserlich ein abstossender Klotz. Auch innerlich tun sich immer mehr Abgründe auf. Als Leser ist man von dieser Hauptfigur und seinem Leben gleichermassen fasziniert wie angeekelt. Und das ist so gewollt. Es entsteht ein unwiderstehlicher Sog, der einen fesselt. Das liegt einerseits sicherlich an der Geschichte und dabei vor allem an der Hauptfigur Polza, mit der man gleichzeitig Mitleid empfindet, aber auch ein starkes Misstrauen. Andererseits liegt dieser Sog sicherlich auch an den Bildern. Manu Larcenet zeichnet mit Tusche in Schwarz, Weiss und Grau beunruhigende Bilder, die eine intensive Schwere erzeugen und diese bedrohliche Geschichte visuell verstärken. Ich finde man merkt, dass er als Autor und Zeichner bewusst entscheidet, wann er Text einsetzt und wann nicht. In Blast gibt es immer wieder ganze Seiten oder ganzseitige Bilder ohne jeglichen Text, die in ihrer Düsternis die Stimmung der Geschichte unterstreichen und den bedrohlichen Sog unterstützen. Einzig die Blast sind in diesem Buch farbig. Sie werden als bunte Kinderzeichnungen dargestellt.

Dieser Comic ist beklemmend und unglaublich spannend zugleich. Für mich ein absolutes Meisterwerk.

Blast ist in vier Bänden abgeschlossen.

Eine Empfehlung von Nina

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