Der grosse Indienschwindel

Der große Indienschwindel
von Alain Ayroles und Juanjo Guarnido

Klappentext:

Er ist ein wenig vertrauenswürdiger, aber hochsympathischer Spitzbube, dieser Don Pablos aus Sevilla, der uns hier aus seinem wildbewegten Leben im Spanien des Goldenen Zeitalters erzählt – und in jenem Amerika, das man damals noch für Indien hielt. Mal versunken im Elend, mal überaus reich, mal verachtet und dann wieder verehrt, führen ihn seine unglaublichen Abenteuer aus der Gosse in Paläste, von den Gipfeln der Anden in die sumpfigen Niederungen des Amazonas und schließlich zu jenem mythischen Ort, wo alle Träume von der Neuen Welt zusammenlaufen: Eldorado!

Es ist ein Teil der Lebensgeschichte von Don Pablos aus Sevilla, oder wie es im Untertitel des Bandes heißt, „ein zweiter Teil von Leben und Abenteuer des weitbeschrieenen Glücksritters Don Pablos aus Segovia, Landstörzer, Erzschelm und Hauptvagabund“.

Wir schreiben das 17. Jahrhundert. Don Pablo landet durch widrige Umstände im Folterkeller von Senior Alguacil, dem lokalen Kommandanten in der spanischen Kolonie in Südamerika. Dort, scheinbar völlig entkräftet, faselt er immer wieder von El Dorado und stachelt so die Gier von Alguacil an. Bevor er allerdings den genauen Ort der Stadt mit den unermesslichen Schätzen bekannt geben will, erzählt Don Pablo seine Lebensgeschichte. Eine Geschichte, die bis in die tiefen Wälder des Amazonas führt.

Alain Ayroles nimmt den Leser mit auf eine Reise, die angelehnt ist an die klassischen Schelmenromane. Dabei gibt es sogar einen ganz konkreten, historischen Bezug. Im Vorwort zum Comic wird auf den „ersten Teil“ der Geschichte verwiesen, der aus der Feder des spanischen Schriftstellers Francisco de Quevedo (1580-1645) stammt und 1626 erschienen ist. „Der grosse Indienschwindel“ ist aber dennoch so angesetzt und in sich geschlossen, dass der Comic auch sehr gut ohne Kenntnis des Romans zu verstehen ist.

Ayroles ist ein Meister der komplexen Erzählung. Viele Stränge, undurchsichtige Windungen und Kleinigkeiten, die plötzlich an großer Tragweite für die Erzählung gewinnen, führen den Leser immer wieder in die Irre. So etwa die Erwähnung eines alten Buches in einer Herberge, dass die Abenteuer von Pater Guillermo wiedergibt, die er während einer Reise in die Wälder entlang des Amazonas hatte. Zunächst beiläufig erwähnt und im Panel festgehalten, gewinnt das Werk immer mehr an Bedeutung, um schließlich der Schlüssel zur Lösung aller Rätsel zu sein.

Fazit:

„Der große Indienschwindel“ ist ein herausragender Schelmenroman für Erwachsene. Artwork und Story gehen Hand in Hand und führen den Leser in mehr als nur eine Verwirrung.

Ein Muss für alle Fans von Abenteuerromanen, von Geschichten mit historischem Bezug, von Erzählungen aus fernen Ländern, von komplexen Erzählsträngen, von skurrilem Witz und nicht zuletzt von „Blacksad“, dem ersten grossen Werk von Ayroles.

Eine Comic-Rezension von Flurin

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